
Sehenswürdigkeit
Kloster Corvey
Das 822 gegründete Benediktinerkloster Corvey gehört zu den bedeutendsten frühmittelalterlichen Klostergründungen in Deutschland. Im 9. und 10. Jahrhundert war es das geistliche und kulturelle Zentrum des sächsischen Raumes. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster fast vollständig zerstört, nur das eindrucksvolle karolingische Westwerk der Abteikirche blieb bis heute erhalten. Nach dem Wiederaufbau ab 1699 in barocken Formen erlebte Corvey eine neue aber bescheidenere Blüte und wurde 1794 in den Stand eines Fürstbistums erhoben. Nach der Säkularisation wurde das Fürstenhaus von Ratibor und Corvey Eigentümer des imposanten vierflügeligen Schlosses und des Gutshofs. Die öffentlich zugänglichen Teile des Schlosses werden museal genutzt. Der Kaisersaal ist durch die Farbenfreudigkeit und Formenvielfalt des Barock geprägt. Berühmt ist die mehr als 70.000 Bände umfassende Privatbibliothek Corveys, aus der auch der Tacitus-Text stammt, der die Schlacht am Teutoburger Wald überliefert hat. Lohnend ist ein Gang um das Klostergelände, vorbei an der Weser und einer naturkundlich interessanten Lindengruppe. Einen besonders schönen Blick auf die Klosteranlage hat man vom Rodenecksturm am gegenüber liegenden Weserufer.

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