Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf diesen besonders scheuen Schleichjäger zu lenken, hat die Wildtierstiftung die Wildkatze 2018 zum Wildtier des Jahres gekürt. Vor 25 Jahren war sie es schon einmal und seitdem hat sich viel getan. Die Populationen steigen aufgrund des gestiegenen Bewusstseins für die Lebensraumansprüche und die langjährigen Schutzmaßnahmen langsam an. Die stark bedrohte, nachtaktive Wildkatze (Felis silvestris silvestris) hat es schwer, da sie sich nur in großflächig zusammenhängenden Waldgebieten sowie hecken- und gehölzreichen Natur- und Kulturlandschaften richtig wohl fühlt. Dies trifft in unserem Naturpark für Teile des Eggegebirges, des Teutoburger Waldes und auch des Schwalenberger Waldes zu, in denen die Wildkatze auch nachgewiesen ist.

Die Nachweisführung ist nach Angaben des BUND sehr aufwändig, da verlässliche Daten nur anhand von genetischen Auswertungen abgeriebener Haare an ausgesetzten Baldrian-Lockstäben gewonnen werden können. Die Unterschiede zwischen Wild- und Hauskatze sind mit dem bloßen Auge nicht leicht auszumachen: Wildkatzen wirken aufgrund ihres längeren Fells im Vergleich zu Hauskatzen massiver. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zwischen Wildkatzen und wildfarbenen Hauskatzen ist der dickere Schwanz der Wildkatze, der weniger Ringe aufweist als der von Hauskatzen und auffällig stumpf endet. Auch die Jungtiere von Wildkatzen sind sehr scheu und nicht zutraulich wie es Hauskatzenwelpen wären.

Malte Götz, Wildkatzenexperte von der Deutschen Wildtier-Stiftung, macht auf die nach wie vor schwierigen Voraussetzungen für eine schnellere Ausbreitung aufmerksam. Viele Verkehrswege zerschneiden den natürlichen Lebensraum der Wildkatze und gerade junge, unerfahrene Tiere werden auf der Suche nach einem geeigneten Streifgebiet häufig überfahren. „Genau dieser hohe Verlust geschlechtsreifer Tiere, die für die Reproduktion so wichtig sind, hat einen negativen Einfluss auf die Populationen.“ betont er. Die Wildkatze lebt zudem derart im Verborgenen, dass die Erforschung ihrer ökologischen Ansprüche und somit die Ergreifung wirksamer Schutzmaßnahmen weiter anspruchsvoll bleibt.