Im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge findet sich eins der wenigen noch heute bestehenden ursprünglichen Wildkatzenvorkommen in Nordrhein-Westfalen. Aus diesem Grund haben wir die Wildkatze als Maskottchen gewählt.

Obwohl die Wildkatze hauptsächlich unter den Mäusen Beute macht und alles, was größer als ein Kaninchen ist, nicht auf ihrem Speisezettel steht, wurde sie lange erbarmungslos verfolgt und nahezu ausgerottet.

Nur in gut versteckten und für Menschen uninteressanten Gebieten wie in den Hochlagen von Mittelgebirgen konnte sie überdauen.

Die Wildkatze braucht große, unzerschnittene Flächen als Lebensraum. Die Tiere leben als Einzelgänger in klar abgegrenzten Revieren, in denen sie meist keinen Artgenossen dulden. Je nachdem, wie nahe der tatsächliche Lebensraum dem gedachten Ideal kommt, lebt eine weibliche Wildkatze in einem zwischen 50 und 300 Hektar großen Revier. Wegen ihres dichten und dicken Fells erscheint die Wildkatze größer und kräftiger als die Hauskatze. Mit ihrem breiten, wuchtigen Kopf, dem buschigen, stumpf endenden und schwarz geringelten Schwanz und ihrer verwaschenen getigerten Zeichnung unterscheidet sie sich äußerlich nur geringfügig von der gewöhnlichen Hauskatze.

Anders sieht es mit dem Stammbaum der beiden Katzenarten aus. Die Hauskatze wurde von den Römern nach Mitteleuropa gebracht; sie stammt von der afrikanischen Falbkatze ab. Ihr Sozialverhalten unterscheidet sich ganz wesentlich von dem der bodenständigen Wildart. Wildkatzen sind Einzelgänger, die ihr Revier aggressiv gegen unbekannte Eindringlinge verteidigen, während die domestizierten Hauskatzen wesentlich sozialer und toleranter gegenüber anderen Katzen sind. Es ist sehr unwahrscheinlich, das scheue Tier in freier Wildbahn zu beobachten.