Grenzgeschichten des Vierländerecks

Zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft haben sich bei strahlendem Sonnenschein in einem Waldstück am Menkebach in Dalbke Ende April versammelt.

„Wir feiern heute gemeinsam einen historischen Ort, der wieder zum Leben erweckt wurde“, sagt Thomas Kiper vom Sennestadtverein Bielefeld. Und gleichzeitig ist die heutige Grenzgeschichte ein gutes Beispiel für die regionale Kooperation über die Grenzen der Verwaltungen hinweg. Beteiligt waren unter anderen die Heimatwerkstatt Lipperreihe, der Heimatverein Oerlinghausen, der Sennestadtverein, die Stadtführergruppe Schloss Holte-Stukenbrock, unterstützt vom Lippe Tourismus und Marketing, vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge und der Stadt Oerlinghausen.

Grenzen und Wege
Im „Vierländereck“ trafen im Mittelalter das Fürstentum Lippe, das Fürstbistum Paderborn, die beiden Grafschaften Ravensberg und Rietberg aufeinander. Zwei Dreieckssteine anno 1757 stehen heute noch an dieser Grenze. Die Geschichte des Vierländerecks ist vom Grenzverkehr geprägt. Bielefeld gehörte zum Königreich Preußen. Lippe war eigenständig und schickte so manchen Deserteur wieder zurück. Im 18. Jahrhundert verliefen hier zudem wichtige Handelswege. In der Grafschaft Lippe zahlte man auf bestimmte Waren weniger Zölle. Deshalb blühte auch der Schwarzmarkt in diesem Knotenpunkt. So manches Gasthaus galt als Treffpunkt für Schmuggler. Um 1800 sollen regelmäßig Packesel mit Kaffee, Reis, Salz und Zucker vor dem Jakobskrug gestanden haben. Nachts wurden die Waren dann über die Grenze gebracht.

Kultur und naturnaher Tourismus verbunden
Diese Verknüpfung aus Naturerleben, historischen Ereignissen und Zusammenhängen schafft einen interessanten Mehrwert für Erholungssuchende. Auf den Informationstafeln werden die Hintergründe anschaulich erklärt während der Rastplatz zum Pausieren einlädt. 
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