Teutoburger Wald/Eggegebirgeaturpark | CC-BY-SA

Naturpark

Unsere Ziele 

Karte von Deutschland mit farbiger Markierung des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge
© Karte Naturparks Deutschland by Lencer Generic Mapping Tools

Natur erleben und schützen, sie erhalten und nachhaltig als Erholungsraum bewahren: Das ist die Leitidee der Naturparke in Deutschland, welche der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge seit Jahrzehnten erfolgreich umsetzt. Die wesentlichen Aufgaben eines Naturparks sind:

  • Naturschutz und Landschaftspflege,
  • nachhaltiger Tourismus,
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung und
  • Regionalentwicklung. 

Wir planen Wanderrouten, geben Naturerlebnistipps und andere Informationen heraus, stellen Hinweistafeln auf, klären über die wohltuende Wirkung der Natur auf. So erleichtern wir Gästen und Einheimischen die Erholung und führen sie gezielt zu den Natur- und Kulturattraktionen. 

Eine unserer Spezialitäten ist es, Angebote für Familien zu entwickeln. Zusammen mit unseren Partnern fördern wir den Erhalt der gewachsenen Kulturlandschaft und stärken so die regionale Identität. Insgesamt gibt es 105 Naturparke in Deutschland, die sich im Verband Deutscher Naturparke (VDN) zusammengeschlossen haben. 

Zahlen, Daten, Fakten

Karte des Naturparkgebietes mit Kennzeichnung und Benennung von Städten
© G. Schlottmann

Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge wurde 1965 gegründet und beherbergt etwa 896.000 Einwohner. Mit 2.751 km² ist er der zweitgrößte in NRW und der sechstgrößte in Deutschland. Organisiert ist er als Zweckverband – bestehend aus den Kreisen Gütersloh, Hochsauerland, Höxter, Lippe, Paderborn und der Stadt Bielefeld:
Vorsitzender der Verbandsversammlung: Hans-Bernd Janzen
Verbandsvorsteher: Meinolf Haase, Landrat Kreis Lippe
Geschäftsführerin: Dörte Pieper

Hier herrscht ein Schonklima mit leichten bis mäßigen Klimareizen. Der durchschnittliche Jahresniederschlag variiert von 625 mm in Warburg bis 1.132 mm in Feldrom/Eggegebirge. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 7 bis 9 Grad Celsius.

  • Weltweit einziger Standort des Violetten Galmeiveilchens
  • Eins der größten unterirdischen Kohlensäuregasvorkommen der Welt im Stinkebrink bei Bad Meinberg
  • Weltkulturerbe Kloster Corvey
  • Größte Dichte an Wüstungen in Mitteleuropa und
  • prägnanteste Stadtwüstung in Blankenrode
  • Viele Klöster und sehr viele Kurorte
Blick von oben auf den Dreiflussstein
© Naturpark teutoburger Wald/Eggegebirge

Am Dreiflußpunkt steht der „Dreiflußstein“, der auf die hydrogeografische Besonderheit dieses Ortes hinweist. An dieser Stelle hat ein Regentropfen die prinzipielle Möglichkeit zur Weser, zur Ems oder zum Rhein zu fließen. Die drei Fluss-Einzugsgebiete treffen an dieser Stelle aufeinander.
Der Stein ist darüber hinaus als Symbol für den Weg Europas zu guten und intakten Gewässern.

Landschaften im Naturpark

Der Teutoburger Wald besteht aus drei zueinander parallel liegenden Kämmen, die vor 70 Millionen Jahren aufgefaltet wurden. Durchschnittlich werden Höhen von 300-400 m erreicht. Der südliche Kamm besteht aus Kalkgestein der oberen Kreide, der zentraler Kamm aus dem sogenannten Osning Sandstein (Untere Kreide) und der nördliche aus Keuper- und Muschelkalk. Der Höhenzug bildet die Wasserscheide zwischen Weser und Ems und zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Buchenwald aus.

Die „Egge“ ist ein durchgehender Höhenzug mit einem sanften Westanstieg und einem steilen Ostabfall mit Klippen und Blockhalden. Hier liegt die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser. Die höchste Erhebung ist der Preußischer Verlmerstot mit 468 m. Durchschnittlich werden Höhen um 400 m erreicht. Vorherrschende Baumart auf dem Egge-Sandstein ist die Buche.

Das Lipper Bergland ist ein flachwelliges Hügelland zwischen Weser und Werre. Neben landwirtschaftlicher Nutzung dominieren Buchen- und Eichenwälder. Der Untergrund besteht aus Sandsteinen, Mergeln und Keupertonen. Die Höhenunterschiede können auf kurze Entfernung 170 m betragen. Hier liegt der Köterberg, die mit 496 Metern höchste Erhebung Ostwestfalens.

Der “Teuto”

© Teutoburger Wald Tourismus/D. Ketz

Die "Egge"

Lipper Bergland

© Teutoburger Wald Tourismus / D. Ketz

Das Oberwälder Land besteht aus Muschelkalk mit Tälern und Höhen bis 350 m. In diesen Tälern liegen naturnahe Flüsse wie Nethe und Diemel. An den Südhängen der Berge befinden sich zuweilen Reste wertvoller Kalk-Magerrasen und Kalkbuchenwälder. Im Süden liegt die fruchtbare Lößlandschaft der Warburger Börde mit seinem Wahrzeichen, dem Desenberg. 

Die Paderborner Hochfläche ist eine flachwellige Kalkhochfläche. Sie stellt die größte Karstlandschaft Westfalens dar. Bachschwinden, Nass- und Trockendolinen, wasserführende Kasten- und Trockentäler prägen und gliedern die Landschaft. Auf der überwiegend ackerbaulich genutzten Hochfläche im Übergang zum Eggegebirge stehen viele Windräder.

Die Senne ist eines der bedeutendsten Gebiete für den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen. 
Sie entstand auf einem eiszeitlichen Sander und wurde jahrhundertelang durch Heidebauern bewirtschaftet. So entwickelte sich eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, Weiden, Äckern, Heiden und Sandmagerrasen, Bachläufen und Wäldern. Zwar haben sich die wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen inzwischen deutlich geändert, man findet aber auch heute noch wertvolle Bereiche, die vielen gefährdeten Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten.
 

Oberwälder Land

© Teutoburger Wald Tourismus/D. Ketz

Paderborner Hochfläche

© Touristikzentrale Paderborner Land

Die Senne

Flora

Leberblümchen in Nahaufnahme
© Sachse

Im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge treffen zwei Klimazonen aufeinander: westlich der Mittelgebirgszüge herrscht atlantisches und östlich davon kontinentales Klima. Dies zeigt sich in einer Veränderung der Vegetation. Ein typischer Vertreter des atlantischen Klimas ist die Stechpalme. 
Das Leberblümchen kommt besser mit den stärkeren Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchte im kontinentalen Klima zurecht. Auch der wechselnde geologische Untergrund spiegelt sich in der Vegetation wider. 
In den kalkreichen Buchenwäldern findet man im Frühjahr Lerchensporn und Buschwindröschen. Auf den sauren Sandböden der Senne gedeihen hingegen das Heidekraut und das Berg-Sandglöckchen.

 

Galmeiveilchen in Nahaufnahme
© Wolfgang Peters

Als vor über 70 Millionen Jahren durch Bewegungen in der Erdoberfläche das Sauerland als Rumpf eines alten Faltengebirges emporgehoben wurde, entstand hier in der Erdkruste ein Riss: der “Westheimer Abbruch“. Im Zuge dessen formte das abfließende Wasser die Berge und Täler des heutigen Sauerlandes. Währenddessen brachten heiße Tiefengewässer und Dämpfe aus dem Erdinneren in den Rissen Mineralien hinauf. Es bildeten sich verschiedene Erzkristalle, oftmals dicht unter der Erdoberfläche. Erst in den letzten Jahrtausenden der Erdgeschichte kamen Menschen und verhütteten die Erze. Vor etwa 500 Jahren wurde man auch an dieser Bruchzone des Sauerlandes bei Blankenrode fündig. Zunächst schürfte man wohl nach Silbererzen. Später wurden dann Bleiglanz und Galmei, ein kohlen- und kieselsäurehaltiges Zinkerz, abgebaut. So entstand der alte Tagebau der Bleikuhle. Die heute noch zu findenden verstürzten Stollen und Schächte stammen aus der Zeit zwischen 1925 und 1927, als der Bergbau hier noch einmal florierte. 

Das Besondere ist die an die schwermetallhaltigen Böden angepasste Pflanzenwelt: 
Galmei-Grasnelke, Hallersche Gänsekresse, Galmeitaubenkropf und Galmeitäschelkraut siedeln hier. Die Arten der Galmei-Pflanzen haben sich an diese Gifte im Boden angepasst und können nur auf stark schwermetallhaltigen Böden wachsen. Viele der Pflanzenarten in der Bleikuhle  sind also sehr selten und gefährdet.

Eine große botanische Besonderheit ist das Galmeiveilchen (Viola guestphalica)! Es kommt weltweit nur in den Bleikuhlen Blankenrode vor. Natürlich steht es wie alle Galmeipflanzen unter Naturschutz!

Fauna

Ein Feuersalamander auf einer Moospflanze in der Sonne

Die sehr unterschiedlichen Landschaftstypen und abwechslungsreiche Flora im Naturpark bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren, darunter auch etliche bedrohte Arten.

Viele Vogelarten, wie beispielsweise der Eisvogel, der Kiebitz oder die Feldlerche finden bei uns einen Rückzugsort. Weniger oft zu sehen sind der Uhu oder der Steinkauz. Rotmilane hingegen ziehen häufiger über den Feldern ihre Kreise.

Ein extrem seltener Waldbewohner ist die Wildkatze. Sie ist sehr scheu und zeigt sich den Menschen fast nie. Im Herbst zu sehen sind Reh-, Rot-, und Damwild sowie Wildschweine.

In feuchteren Gebieten finden sich Feuersalamander und Kammmolche oder Frösche und Kröten. Die Höhlen im Naturpark sind manchmal von Fledermäusen bewohnt, insgesamt elf verschiedene Arten kommen hier vor.

Qualitäts-Naturpark

Logo Qualitätsnaturpark

Die Qualitätsoffensive Naturparke wurde vom Verband Deutscher Naturparke e.V. in enger Abstimmung mit den Naturparken entwickelt. Gefördert wurde ihre Entwicklung vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Zentrales Ziel ist es, ein Instrument zur Selbsteinschätzung zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität ihr Arbeit und Angebote zur Verfügung zu stellen. Die Teilnahme ist freiwillig. Sie macht jedoch die Leistungen der Naturparke in den Handlungsfeldern Naturschutz, Umweltbildung, nachhaltige Tourismus- und Regionalentwicklung deutlich.

„Qualitäts-Naturparke“ müssen bei der Auswertung des Kriterienkataloges mit 98 Bewertungsfragen mindestens 250 von insgesamt 500 möglichen Punkten erreichen. Ein „Qualitäts-Scout“ aus einem anderen Naturpark bereist jeden teilnehmenden Naturpark, überprüft und berät ihn. Diese Offensive ist zugleich in gutes Instrument, um Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu verdeutlichen, dass Naturparke ein erhebliches Potenzial für regionale, wirtschaftliche Kreisläufe und Standortvorteile bieten.