Bleikuhle Blankenrode

Bleikuhle Blankenrode

Von den Halden der Blankenroder Bleikuhle schaut man weit über die bewaldeten Höhen des benachbarten Sauerlandes. Als vor vielen Millionen Jahren durch Bewegungen in der Erdoberfläche das heutige Sauerland als Rumpffläche eines alten Faltengebirges emporgehoben wurde, entstand hier in der Erdkruste ein Riss, der sogenannte “Westheimer Abbruch“. Im Laufe der letzten 70 Millionen Jahre formte das abfließende Wasser aus der Rumpffläche die Berge und Täler des Sauerlandes, wie wir sie heute sehen. Während dieser Zeit brachten heiße Tiefengewässer und Dämpfe aus dem Erdinneren in den Rissen und Spalten des Westheimer Abbruchs Mineralien nach oben. Es bildeten sich Erzkristalle verschiedenster Art, oftmals dicht unter der Erdoberfläche. Erst in den letzten Jahrtausenden der Erdgeschichte kamen die Menschen und gruben Erze aus der Erde, um sie zu verhütten. Vor etwa 500 Jahren wurde man auch an dieser Bruchzone des Sauerlandes bei Blankenrode fündig. Zunächst schürfte man wohl nach Silbererzen. Später wurden dann Bleiglanz und Galmei, ein kohlen- und kieselsäurehaltiges Zinkerz, abgebaut. So entstand der alte Tagebau der Bleikuhle. Die heute noch zu findenden verstürzten Stollen und Schächte stammen aus der Zeit zwischen 1925 und 1927, als der Bergbau hier noch einmal florierte. Das Besondere an diesem Ort ist seine an die schwermetallhaltigen Böden angepasste Pflanzenwelt.

Wegen der außergewöhnlichen Bodenzusammensetzung haben sich hier sehr seltene Pflanzenarten angesiedelt: Galmei-Grasnelke, Hallersche Gänsekresse, Galmeitaubenkropf und Galmeitäschelkraut. Die Arten der Galmei-Pflanzen, die nach einem schwermetallhaltigen Erz benannt sind, haben sich an diese Gifte im Boden angepasst; sie können allerdings nur noch auf stark schwermetallhaltigen Böden wachsen. Viele der Pflanzenarten in der Bleikuhle  sind also sehr selten und gefährdet, weil sie nur an wenigen Stellen vorkommen.

Einzigartig unter den Galmeipflanzen der Bleikuhle von Blankenrode ist jedoch das Galmeiveilchen, das von den Botanikern als Viola guestphalica bezeichnet wird. Von dieser Veilchenart gibt es weltweit nur das eine Vorkommen an der Bleikuhle in Blankenrode.

Die Galmeiveilchen stehen – wie auch die anderen Galmeipflanzen der Bleikuhle – unter Naturschutz.

Medien:

Blankenrode

Die blaue Blume (pdf)

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