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Bildung für Nachhaltigkeit

Ziel dieses Projekts ist, in Kooperation mit Partnerschulen die Schülerinnen und Schüler für die Besonderheiten ihrer Heimat zu sensibilisieren und die Themen Natur und Landschaft, Kultur und Handwerk sowie Land- und Forstwirtschaft mit ihren speziellen lokalen Bezügen im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge im Bildungsplan der Schule zu verankern. Die pädagogische Umsetzung erfolgt unter anderem durch spezifische Unterrichtsmodule, die Durchführung von Exkursionen und Projekttagen sowie die Nutzung außerschulischer Lernorte und außerschulischer Experten wie Förster und Naturschützer. Die Schülerinnen und Schüler lernen ihre Heimatregion kennen und werden für das Einzigartige dieser Region begeistert.

Das Konzept „Naturpark-Schule“ ist aus dem Projekt „Netzwerk Naturpark-Schule“ des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) entstanden, in dem sich 14 Modell-Naturparke aus dem Bundesgebiet zusammengefunden haben. Kern des Projektes ist der Aufbau einer festen, dauerhaften Zusammenarbeit zwischen Naturparken und Schulen, deren Rahmenbedingungen in einer Kooperationsvereinbarung beschrieben werden. Die Auszeichnung erfolgt nach einem speziellen Kriterienkatalog.

Das Zertifikat „Naturpark-Schule“ ist für fünf Jahre gültig und kann nach einem Qualitätscheck erneut vergeben werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat die Konzeptphase finanziell unterstützt.

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat das Projekt „Naturpark-Schule“ als offizielles Projekt der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

„Nachhaltigkeit“ – der Begriff stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und zwar aus einer Zeit, in der die Wald- und Holznot für die Menschen fast existenzbedrohend war.

Heute beschreibt er einen Weg, um eine sich mit rasanter Dynamik verändernde Welt im Gleichgewicht zu halten. Sein Kerngedanke: Langfristig dürfen Menschen nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und zu Lasten zukünftiger Generationen leben. Nachhaltigkeit berührt alle Bereiche des Alltags!

Die Vereinten Nationen (UN) definieren nachhaltige Entwicklung als „eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält.“

Pädagogischer Dreh- und Angelpunkt im Konzept Naturpark-Schule ist die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Danach soll das Individuum befähigt werden, aktiv an der Analyse und Bewertung von Entwicklungsprozessen mit ökologischer, ökonomischer und sozio-kultureller Bedeutung teilzuhaben, sich an Kriterien der Nachhaltigkeit im eigenen Leben zu orientieren und nachhaltige Entwicklungsprozesse gemeinsam mit anderen Menschen lokal wie global in Gang zu setzen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

  • betrifft jeden,
  • ermöglicht den kontinuierlichen Prozess der nachhaltigen Entwicklung,
  • schafft individuelle und gesellschaftliche Zukunftschancen,
  • fördert lokale und globale Verantwortung,
  • trägt zur kritischen Begleitung von Veränderungsprozessen in der Gesellschaft bei,
  • ist eine bildungspolitische Querschnittsaufgabe und
  • erfüllt eine gesellschaftliche Integrationsfunktion.

Die Naturpark-Schulen beabsichtigen, diese abstrakten und überaus anspruchsvollen Ziele kindgerecht mit geeigneten Lernmethoden zu operationalisieren und in die praktische Unterrichtsgestaltung einfließen zu lassen, um so die wirtschaftlichen, ökologischen und sozio-kulturellen Handlungs- und Gestaltungskompetenzen der Schülerinnen und Schüler kontinuierlich zu entwickeln und zu erweitern.

Dabei greifen sie mit ihrer Themenvielfalt sowohl regionale als auch globale Zusammenhänge auf. Die Inhalte sollen dazu beitragen, ein solides interdisziplinäres Wissenspektrum aufzubauen, das vorausschauendes Denken, autonomes Handeln und die Teilnahme an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen erleichtert und fördert.

Gemeinsam mit verschiedenen außerschulischen Kooperationspartnern, wie Förstern und Rangern der Regionalforstämter OWL und Hochstift, dem NABU Nordrhein-Westfalen und den Naturparkführern Teutoburgerwald e.V. sowie vieler eingebundener Akteure vor Ort (Landwirte, Wander- und Heimatvereine, Biohöfe etc.) werden den Schülern vielfältige Erlebnisse in ihrer Heimatregion ermöglicht.

Im Naturpark Teutoburgerwald/Eggegebirge wurden bisher drei Grundschulen (Weerth-Schule in Detmold, Egge-Diemel-Schule in Westheim, Gemeinschaftsgrundschule Egge in Altenbeken) als Naturpark-Schulen ausgezeichnet. Vereinzelte Projekte oder besondere Aktionen werden regelmäßig in der Rubrik Aktuelles vorgestellt.

Die Weerth-Schule ist die erste Naturpark-Schule im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge und die erste Naturpark-Schule bundesweit, die der Verband Deutscher Naturparke (VDN) nach seinem Kriterienkatalog zertifiziert.
Die Egge-Diemel-Schule ist die zweite Naturpark-Schule im Naturpark. Die Einrichtung liegt in der Nähe von Marsberg (Hochsauerlandkreis).
Die Gemeinschaftsgrundschule Egge in Altenbeken ist die dritte Naturpark-Schule im Naturpark. Die Einrichtung hat ebenfalls das bundesweite Zertifikat verliehen bekommen, das für fünf Jahre gültig ist. Sie liegt zwischen Paderborn und Bad Driburg.