Buchen sollst du suchen – Themenweg Holz an der Abtei Marienmünster

Foto: ©Naturpark

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Karte: ©K-H.Noltenhans

Holz als Ressource für das Kloster Marienmünster

Wald ist ein Stück Natur und gehört doch untrennbar zu unserer Kultur. Die heutigen Wälder sind ein Produkt jahrhundertelanger Bewirtschaftung.

Heute benötigt eine Gesellschaft vor allem Öl, Gas und Kohle. In früheren Jahrhunderten war das anders: Holz war in vielen Regionen neben der Wasserkraft fast der einzige Energieträger. Es wurde für jeden Hausbau, für den Großteil der handwerklichen Erzeugnisse ebenso wie fürs Heizen und Kochen benötigt und war die wichtigste Ressource des gesamten Wirtschaftslebens, auch einer Klostergemeinschaft. Auf einer Länge von ca. einem Kilometer informiert der GPS-Erlebnispfad „Buchen sollst du suchen“ an 11 Stationen über verschiedene wirtschaftliche Tätigkeiten rund um Holz, Wald und Kloster.

Immer noch wird Brenn- und Bauholz genutzt. Aber die vielfältige Bedeutung, die die Ressource Holz einstmals hatte, kennen wir kaum. Wussten Sie, dass Holzkohle der Motor der Eisenindustrie war? Haben Sie schon von Eisengallustinte gehört? Hat jemand in Ihrer Bekanntschaft Hochbeete mit Eichenlohe angelegt? Auf dem klösterlichen Erlebnispfad erfahren Sie viel darüber, wie das heimische Holz in der Abtei verwendet wurde und Sie lernen den Wald als Kulturfläche diesseits und jenseits der Klostermauern kennen.

Die Abtei Marienmünster und sein Wald

Im Zentrum des GPS-Pfades liegt das ehemalige Kloster Marienmünster. 1128 vom Grafen von Schwalenberg und seiner Gattin gegründet, wurde die Abtei in den folgenden Jahrzehnten von der Gründerfamilie und ihren Anhängern reich beschenkt. Die hier tätigen Benediktinermönche führten das Kloster zu großer Blüte. Im 30jährigen Krieg wurden Kirche und Klostergebäude zerstört, aber ab 1661 im barocken Baustil wieder neu aufgebaut. Im Zuge der Umgestaltungen der napoleonischen Zeit wurde die Abtei 1803 aufgelöst und zum Teil privatisiert. Auf königliche Kabinettorder vom 10. März wird das Kloster aufgehoben, die Mönche mit einer Pension entlassen und aller Klosterbesitz eingezogen. Alle weltlichen Güter und Besitzungen fallen an den preußischen Staat. Das waren 627 Morgen Acker, 171 Morgen Weideland, 9 Morgen Gärten und ca. 1.250 Morgen Forst.

Die Bedeutung des Waldes spiegelt sich wider in den Tagebüchern einiger Äbte. Kaum etwas taucht im 17. und 18. Jahrhundert so oft auf, wie der Wald und das Einkommen, das die Abtei daraus zog. Zum Jahr 1764 liest man: „Zum Bremerberg hat Pater Kellermeister 103 Stück [Schweine] angenommen. Das rolfsche Holz ist aufgegeben für 36, das bornsche für 22 Taler.“

Bei der Umsetzung des Projekts waren viele Ehrenamtliche der Kulturstiftung und des Heimatvereins Marienmünster beteiligt. Vielen Dank für den großartigen Einsatz.

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Das Projekt wurde finanziell gefördert durch:

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