Linda Stahl und die Nieheimer Warte

Aussicht von der Nieheimer Warte
Die Nieheimer Warte
Die Nieheimer Warte

Leichtfüßig erklimmt sie die Stufen zur Aussichtsplattform des alten Wartturms bei Nieheim, lehnt sich auf die Mauerbrüstung und lässt ihren Blick in die Landschaft schweifen. Linda Stahl, Europameisterin im Speerwurf und nordrhein-westfälische Sportlerin des Jahres 2010, ist absolut durchtrainiert. Der schnelle Aufstieg über die Wendeltreppe im Wartturm kostet sie keinen Atemzug mehr als der Weg von Nieheim hoch zur Warte auf dem Holsterberg.

„Diesen Blick kann ich total genießen. Die Weite der Landschaft mit den kleinen Ortschaften und ihren roten Dächern und im Hintergrund die Hügel des Schwalenberger Waldes. Im Frühjahr und im Sommer ist das noch schöner, wenn alles grün ist! Jetzt, Anfang März, sind leider noch keine Blätter auf den Bäumen“ schwärmt sie von ihrem Lieblingsort im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Linda Stahl ist in Steinheim geboren und in Blomberg aufgewachsen. Sie hat ihre Karriere als Leichtathletin bei der LG Lippe-Süd begonnen. Jetzt trainiert sie bei Bayer 04 Leverkusen. Sie ist durch den Sport viel in der Welt rumgekommen. Es ist schon beeindruckend, mit welch gelassener Fröhlichkeit die 25-jährige Spitzenathletin von ihrem engen Terminkalender berichtet. Da sind die Wettkämpfe, ein umfangreiches Trainingsprogramm und das Medizinstudium.  Das Studium ist ihr besonders wichtig. Linda weiß, dass es irgendwann eine Zeit nach dem Sport geben wird und dann ist ein qualifizierter Beruf ein gutes Standbein für das weitere Leben.

„Zum Abschalten und Entspannen ist die Gegend hier genau richtig. Da kann man einfach die schöne Landschaft genießen und von vielen Punkten in die Ferne schauen. Das lockert die Seele“, beschreibt Linda Stahl ihre persönliche Erfahrung mit ihrer Heimat, dem Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Die Nieheimer Warte ist so ein Punkt im Naturpark für faszinierende Fernblicke. Wohl im 13. Jahrhundert mit der Gründung der Stadt Nieheim entstanden, diente sie im Mittelalter als Wach- und Beobachtungsturm, um die Bevölkerung rechtzeitig vor kriegerischen Truppen oder verbrecherischen Banden zu warnen. Die Zeiten waren damals oft gefährlich. Trutzig steht der Turm noch heute auf der Kuppe des Holsterberges, der damals weitgehend unbewaldet war und einen weiten Rundblick über das Land zuließ. Heute schweift der Blick über Nieheim, das fruchtbare Steinheimer Becken und den ausgedehnten Schwalenberger Wald.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum die Warte auf dem Holsterberg für Linda Stahl so interessant ist. Der niederländische Künstler Auke der Vries hat aus dem Turm ein Kunstwerk gemacht. Für seine Installation „Attacke am Turm“ hat er das historische Gemäuer mit mehreren Speeren gespickt. „Diese Installation an diesem Ort hat für mich als Speerwerferin natürlich noch eine ganz besondere Ausstrahlung. Vielleicht bin ich deshalb auch gern hier!“ sagt eine jetzt sehr konzentriert wirkende Linda Stahl.

www.lindastahl.de